„Wood-Rock-Weinprobe“: Angenehmer Abend im „Baunachshof“
Bei „Lady in Black“ wird
Schweinefilet aufgetischt

„Wood-Rock-Weinprobe“ – das hört sich gar nicht alltäglich an. War es auch nicht! Im Gasthaus „Baunachshof“ in der Wertheimer Altstadt gab es fetzige Rockmusik, Holzschnitzarbeiten, feine Weine aus dem Taubertal und dazu Köstlichkeiten aus der Küche, die noch in der Erinnerung daran ein Zungenschnalzen auslösen.

Am Anfang, so erklärte Heinz Theobald, stand eine Idee: Wein und Bier nicht mit Limonade mixen, sondern in der Reinheit zu belassen und alle Altersgruppen anzusprechen. Zugleich mit den passenden Liedern und Speisen zu kombinieren. Das hat gezogen! Alle Plätze im Lokal und den Nebenräumen waren besetzt. Selbst tauberfränkische Weinhoheiten, charmante Kulturbotschafterinnen, die schon vor Jahrzehnten die Krone weitergereicht haben, reihten sich in die Genießerrunde ein und waren begeistert.

Gewiss, der Chronist gehört auch nicht zu den Menschen, die, um modern zu sein, sich Ananassirup ins Bier rühren lassen oder gar auf süße Weinschorle oder „Alkopops“ – diese verrufenen, spirituosenhaltigen Süßgetränke – abfahren.

Im Deutschen „Reinheitsgebot“ steht nichts von Cola im Bier, und ein guter Winzer darf sich durchaus mit der Reinheit seiner sortentypischen Weine schmücken. Also gar nicht schlecht, diese Idee! Es wird nicht der Wein verändert, sondern das Umfeld für die Genießer.

Eine spannende Aufgabe für einen Holzschnitzer, der gerne Rockmusik bei der Arbeit hört, einem Vinothekchef mit humanistischer Vorbildung und einem Koch, der seine Liebe zum Beruf ausstrahlt. Sicher wird sich der gestandene Schoppenfetzer jetzt fragen, was hat denn der Silvaner mit der Rockröhre Tina Turner zu tun? „The Best“ ist von Tina Turner – und Silvaner ist das Beste, was Franken zu bieten hat. Also spritziger Weißwein zur Rocklegende.

So erklärt es der Holzschnitzer, der auch noch weiß, dass die Rolling Stones mit schwerem Rotwein harmonieren und AC/DC eine „Weincollection“ mit dem Titel „Highway to hell“ herausgebracht hat. „Bei der Musik springt der Winzer den Berg hinauf!“ Warum auch nicht? Heinz Theobald überträgt es auf die Tätigkeit: „Manche alte Menschen geben viel Geld für einen Massagesessel aus, bei mir macht das die Musik!“ Dazu spricht der Weinexperte Alexander Ley mit seinen Weinfässern: „Tröste dich, du Eingesperrter, der Erlöser steht vor dir!“

Als Dritter im Bunde weiß Wilhelm Geis, der Chef am Herd, dass genau dann, wenn „Lady in Black“ von Uriah Heep ertönt, es an der Zeit ist, das Schweinefilet, gefüllt mit schwarzen Pflaumen, zu servieren. Harmonie den ganzen Abend.

Sechs Proben – vom Tilman Secco Rotling über Wertheimer Tauberklinge Kerne Kabinett zu Silvaner, den roten Vertretern Regent und Acolon zu einer großen tauberfränkischen Spätlese vom Grauen Burgunder zum Abschluss. Dazu Lachstatar auf geröstetem Spessartbrot, Grünkernrisotto mit frischen Pilzen, Forellenfilet im Strudelteig und weitere Leckereien. Applaus und Komplimente für die drei Künstler von den Tischen.

Und was kommt em Ende aus dem Lautsprecher? „Wonderful tonight“ von Eric Clapton! Wie passend zu diesem gelungenen Abend.

Quelle: Fränkische Nachrichten

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